Hintergrundinformationen zum Film der marktgerechte Patient

Wie funktionieren DRG’s (Diagnosis Related Groups oder Fallpauschalen)?

Krankenhausleistungen werden nach einer festgelegten Fallpauschale (DRG) bezahlt, die sich im Wesentlichen nach der Diagnose und der Behandlung richtet. Pflegerische oder ergo- und physiotherapeutische Leistungen aber auch eine sozialmedizinische Beratung, die der Situation der Patient*innen Rechnung trägt, werden nicht extra vergütet. Unterschiedliche und somit individuelle Krankheitsverläufe werden in dem System nur zum Teil berücksichtigt. Eine intensive Betreuung wird im Verhältnis schlechter vergütet, als das in den Fallpauschalen festgelegte Mindestmaß an Diagnostik und Behandlung.

Wo liegt das Problem?

Es entsteht ein Anreiz, aufwendige diagnostische Maßnahmen durchzuführen, oft zu operieren und Patient*innen schnell zu entlassen. Kliniken werden zu Fabriken für Hochleistungsdiagnostik und Operationstechnologie am Fließband. Eine Klinik macht Gewinn, wenn Behandlungen mit möglichst wenig Aufwand erbracht werden. Insbesondere Privatkliniken bauen daher bestimmte Abteilungen aus, um Patient*innen mit lukrativen „Diagnosen“ anzulocken (z.B. Bandscheibenoperationen, Sportverletzungen). In Managerkreisen spricht man von „Cash-Cows“. Hingegen kann es bei Patient*innen, die viel Unterstützung benötigen und im Durchschnitt länger in der Klinik bleiben, passieren, dass die Kosten z.B. für Pflege den Ertrag durch die Fallpauschale übersteigen. In Managerkreisen spricht man von „Poor-Dogs“ oder „Artenschutzpatienten“. Studien (z.B. Deutsches Krankenhausinstitut, 2007) belegen, dass privatisierte Kliniken sich zunehmend auf die Behandlung von möglichst wenigen Erkrankungen mit wenig Pflegeaufwand spezialisieren („Rosinenpickerei“). Ein drastisches Beispiel wurde 2017 durch Journalist*innen und Wissenschaftler*innen im Auftrag des WDR aufgedeckt („Operieren und kassieren. Ein Klinik-Daten-Krimi“): In Osthessen wurden zwischen 2013 und 2015 fast dreimal mehr schwere und teure Rückenoperationen durchgeführt, als im Bundesdurchschnitt. Laut AOK-Hessen sind die Patient*innen in Osthessen aber nicht kränker als anderswo. Offenbar hatten Kliniken niedergelassene Ärzt*innen an den Fallpauschalen beteiligt, wenn diese Patient*innen häufiger zur Rückenoperation raten. In einigen Fällen haben die Klinikärzt*innen zweimal operiert und abgerechnet, obwohl eine einzige OP möglich gewesen wäre. Die Reportage kommt zu dem Schluss, dass z.T. Patient*innen operiert wurden, die hätten besser nicht operiert werden sollen.

Einsparungen bei den Personalkosten stellen eine weitere Möglichkeit dar, mit den Fallpauschalen Geld zu verdienen. Dies wird oft durch Stellenabbau bei gleicher Arbeitsbelastung und durch Ausgliederung aus Tarifverträgen („outsourcing“) erreicht. Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung (Böhlke, 2007) bestätigt, dass eine Pflegekraft im Kommunalen Krankenhaus in einem Jahr 454 Betten, im privatisierten Krankenhaus im Schnitt 518 Betten versorgt. Ärzt*innen versorgen in privaten Häusern ca. 30% mehr Patient*innen.

Was bedeutet das für das Uniklinikum Gießen und Marburg (UKGM)?

Das UKGM als erstes privatisiertes Uniklinikum in Deutschland spielt eine besondere Rolle, da es einerseits weiterführende Aufgaben hat als zum Beispiel ein Kreiskrankenhaus (z.B. Forschung, Lehre, Behandlung komplizierter Fälle), andererseits aber von einer Aktiengesellschaft betrieben wird (Rhön AG). Somit verschärft sich das Problem, dass alle Krankenhäuser unter DRG-Bedingungen haben. Während ein kommunales oder kirchliches Krankenhaus keinen Gewinn machen muss, ist die Rhön AG gegenüber den Aktionär*innen sogar dazu verpflichtet, ein deutliches Plus zu erwirtschaften. Geld aus dem Gesundheitsfond wird auf diese Weise dem Gesundheitssystem entzogen und als Dividende ausgeschüttet.

Das UKGM-Management hat in den letzten Jahren die Fallzahlen pro Jahr gesteigert, um mehr Geld zu verdienen. Da die Menschen in der Region Mittelhessen nach der Privatisierung nicht mit einem Schlag kränker wurden, wurde einerseits versucht, Patient*innen (vorrangig „Cash-Kühe“) aus anderen Regionen anzulocken und andererseits, den „Patientenstrom“ vor Ort aus der ambulanten in die stationäre Behandlung umzulenken. Hierzu wurden Arztsitze im ambulanten Bereich aufgekauft und in konzerneigenen Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) konzentriert. Zuletzt wurde das sogenannte Campus-Konzept entwickelt: Das UKGM-Management fördert die Ansiedlung von Facharztpraxen auf den Lahnbergen z.B. durch niedrige Mieten in Gebäuden des UKGM. Dadurch soll die Schwelle für eine Behandlung oder weiterführende Diagnostik im UKGM für Ärzt*innen und Patient*innen gesenkt werden.

Auch an der zweiten Stellschraube zur Kosteneinsparung hat die Rhön AG in den letzten Jahren gedreht: Personal wurde abgebaut. Laut UKGM-Management blieben die Beschäftigtenzahlen seit Privatisierung zwar konstant und stiegen sogar leicht. Im Verhältnis zu den deutlich steigenden Fallzahlen bedeutet dies selbst im besten Falle, dass immer weniger Personal immer mehr Patient*innen versorgen musste. Kritiker*innen gehen von einem Abbau von Arbeitsstellen bei einer gleichzeitigen Steigerung der Fallzahlen aus – also von einer deutlich gestiegenen Arbeitsbelastung.

Eine weitere Besonderheit eines Universitätsklinikums besteht darin, dass einige Patient*innen auch für ihre Leistungen in Forschung und Lehre bezahlt werden. Die präzise Trennung von Leistungen für die Universität einerseits und die Aktiengesellschaft andererseits führte mehrfach zu Konflikten zwischen dem UKGM und dem Land Hessen bzw. den Universitäten in Gießen und Marburg. Der Vorwurf: Anstatt neue Stellen für die Patientenversorgung zu schaffen wurden Landesmittel zweckentfremdet, die für Forschung und Lehre vorgesehen waren. Medizinstudent*innen beklagten, dass sie nicht mehr „am Patienten“ unterrichtet werden, da die Professor*innen keine Zeit mehr haben. Die unibediensteten Ärzt*innen wiederum beklagten, dass Forschungsprojekte zur „Feierabendforschung“ verkommen würden.

Zuletzt sorgte die Partikeltherapie für Schlagzeilen: Weil die Strahlenbehandlung zur Erforschung seltener Tumorarten zu wenig Gewinn macht, steht sie vor dem Aus. Die Rhön AG hatte allerdings beim Kauf des UKGM zugesagt, die Partikeltherapie in Marburg zu betreiben. Dies war u.a. ein Grund für den niedrigen Kaufpreis.

Welche Lösungen werden diskutiert?

Teil der Lösung ist die Abschaffung oder deutliche Modifikation der Fallpauschalen (DRG’s) und die Reduzierung des wirtschaftlichen Wettbewerbs zwischen Kliniken. Personal- und Hygienemindeststandards würden einerseits helfen die Qualität der Versorgung sicherzustellen und andererseits die Profitmaximierung durch Personaleinsparungen erschweren. Eine weitere Maßnahme könnte die Stärkung regionaler Gesundheitskonferenzen zur effektiven Planung der medizinischen Versorgung sein. Darüber hinaus müsste über eine Reform der Krankenversicherung nachgedacht werden. Es gibt mittlerweile Konzepte zur Zusammenführung privater und gesetzlicher Krankenversicherungen in einer Bürgerversicherung, die die Beiträge fair nach der Höhe des Einkommens staffelt. Es stünde aus Mehreinnahmen und Einsparungen in der Verwaltung bei Krankenkassen und der kassenärztlichen Vereinigung mehr Geld zur Verfügung, mit dem der höhere Personalaufwand finanziert werden könnte.

Folge dieser Maßnahmen wäre eine Umverteilung: Das gleiche Geld würde ausgegeben, aber für die richtigen, nämlich die medizinisch notwenigen Dinge. Manipulationen zu Gunsten von Gewinnmaximierung würden kaum noch etwas bringen, weil die Krankenversorgung kein „Wachstumsmarkt“ mehr wäre. Nur unter derzeitigen Abrechnungsbedingungen lässt sich mit der Durchführung aller möglichen medizinischen Leistungen, relativ unabhängig vom tatsächlichen Nutzen, Gewinn erzielen. Wenn aber immer das medizinisch Notwenige bezahlt wird, werden Ärzt*innen relativ frei von wirtschaftlichen Zwängen entscheiden können.

Was hieße das für Marburg und Gießen? Für die Rhön AG oder andere Privatunternehmen würde sich der Betrieb eines Uniklinikums nicht mehr rentieren, das Land Hessen könnte einen guten Rückkaufpreis erzielen. Das Klinikum könnte mit zwei Universitätsstandorten im Rücken und den zahlreichen Spezialabteilungen bundesweit den Ruf eines Spitzenklinikums mit guter Behandlung genießen. Auch die Partikeltherapie könnte weiter betreiben werden und zum Aushängeschild innovativer Forschung und Behandlung werden. Die gesamt Region würde von hohen Patientenzahlen und zufriedenen Student*innen und Patient*innen profitieren.

Welches Rechte haben Sie als Patient*in?

Patient*innen, die stationär untersucht oder behandelt werden, sollten fachlich fundierte Informationen zu ihren Befunden, Diagnosen, Behandlungsmöglichkeiten und der Prognose erhalten. Dabei sollten sowohl stationäre als auch ambulante Behandlungsalternativen dargestellt werden, um dem Patient*innen eine fundierte Entscheidung zu ermöglichen. Das Beratungsgespräch sollte wenn möglich im Arztbrief dokumentiert werden. Im Umkehrschluss informieren niedergelassene Ärzt*innen ihre Patient*innen über die Möglichkeiten stationärer Diagnostik und Behandlung und wägen gemeinsam Vor- und Nachteile alternativer Behandlungsansätze ab.

Interview zu Rhön-Kliniken „Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen“

Interview zu Rhön-Kliniken „Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen“ Den geplanten Verkauf der Unikliniken verfolgt auch die evangelische Kirche aufmerksam. Im FR-Interview spricht Propst Helmut Wöllenstein über Privatisierungen im Gesundheitswesen, die Aufgabe der Kirche und warum sie sich früher in die Debatte hätte einschalten müssen. Mehr…

Rhön AG plant in Marburg Campus Konzept

Die Rhön AG plant am Standort Marburg ein sogenanntes Campus-Konzept. Grundgedanke ist, freiberufliche Ärzte am Klinikum auf den Lahnbergen anzusiedeln, um in Kooperation mit dem UKGM Patienten zu sortieren. Das UKGM möchte mehr lukrative Patienten stationär aufnehmen, andere Patienten, die nicht unbedigt „universitäre Medizin“ benötigen, sollen von den Ärzten ambulant versorgt werden oder in andere Krankenhäuser geschickt werden. Hintergrund ist, dass das Management trotz schwarzer Zahlen am Gesamt-UKGM in Marburg Verluste medlet. Es soll also mehr Geld verdient werden. Die Meinungen zu einem solchen Konzept sind durchaus geteilt: Während der neue OB Spies hält die Nähe von Arztpraxen und Klinikum für sinnvoll, wenn gewährlsitete wird, dass die freien Ärzte unabhängig bleiben. Kritiker des Konzeptes bemängeln, dass 12- 14 Arztsitze aus der Stadt und dem Landkreis an den Lahnbergen konzentriert würden. Dies bedeutet eine Schwächung der ärztlichen Versorgung in der Fläche, sprich Patienten aus den ländlichen Regionen des Landkreises müssen häufiger auf die Lahnberge. Wenn sie Pech haben werden sie von dort allerdings wieder weggeschickt, weil sich ihre Krankheit für das UKGM nicht lohnt. Sie müssen dann vielleicht wieder fahren – in ein anderes Krankenhaus in einer anderen Stadt. Das Interesse der Rhön AG ist es, mehr Gewinne zu machen. Aber welches Interesse haben Sie als Patient/in?

mehr…

Rhön Klinikum Fresenius – Auf dem Weg zum Super-Konzern

Rhön Klinikum Fresenius – Auf dem Weg zum Super-Konzern Jetzt haben Eugen Münch und Ulf Schneider ihr Ziel doch noch erreicht. Die beiden Manager formen Europas größten privaten Krankenhausbetreiber namens Helios mit 117 Hospitälern. Zugleich soll das den Durchbruch für ein neues Geschäftsmodell bringen.

mehr…

Pfleger: Stationsbetrieb ist gefährdet

Pfleger: Stationsbetrieb ist gefährdet Die Mitarbeiter der neurochirurgischen Intensivstation (IMC 1) klagen über zu viele Überstunden und zu wenig Ruhezeiten, über schwierige Situationen bei der Überwachung von schwer kranken Patienten und über zu wenig Personal. Sie beurteilen das bisherige Personalmanagement mit „mangelhaft“, und sie sehen eine drohende negative Leistungsentwicklung und „daraus entstehendes Gefahrenpotenzial für unsere Patienten“.

mehr…

Gutmütigkeit ausgenutzt

Gutmütigkeit ausgenutzt Die für die Gebäudereinigung der privaten Krankenhauskette Rhön Klinikum zuständige Firma soll Mindestlohnbestimmungen umgangen und Sozialbeiträge hinterzogen haben. Eine ehemalige Mitarbeiterin des Reinigungsteams berichtet über den Zeitdruck bei der Arbeit.

Beutete Rhön Putzfrauen aus?

Beutete Rhön Putzfrauen aus? Ein ehemaliger Manager der Rhön-Klinikum AG ist angeklagt, den Mindestlohn für Putzkräfte unterlaufen zu haben. Angeblich gab es eine systematische Ausbeutung bei den Tochterfirmen des Klinikkonzerns.

Klinikum: Rhön und Land setzen Vereinbarung nicht um

Klinikum: Rhön und Land setzen Vereinbarung nicht um Die Vereinbarung zum Universitätsklinikum Gießen und Marburg, die das Land, die beiden Hochschulen, der Rhön-Konzern und das UKGM Ende Januar ausgehandelt haben, ist in zentralen Punkten nicht umgesetzt worden. Die »Partner« haben sie bis heute, zehn Monaten später, nicht einmal unterschrieben. Selbst gesetzte Fristen sind kommentarlos verstrichen.

Privatisierung von Kliniken: Auf Kosten der Patienten

Privatisierung von Kliniken: Auf Kosten der PatientenSie sollte zu einer wegweisenden Krankenhausversorgung führen. Doch die Privatisierung der Uni-Kliniken Gießen und Marburg droht, im Desaster zu enden. Auch in kleineren Privatkliniken zeichnen sich gefährliche Trends ab – zu Lasten der Patienten.

Rhön will Geld vom Land

Rhön will Geld vom LandDer Rhön-Konzern verhandelt mit dem Land Hessen über Zuschüsse für die privatisierte Uniklinik Gießen-Marburg. Ministerin Eva Kühne-Hörmann (FDP) gerät wegen der Partikeltherapie in Marburg unter Druck. Rhön hätte diese dort 2012 in Betrieb nehmen müssen.

Rhön-Uniklinik baut weitere Stellen ab

Rhön-Uniklinik baut weitere Stellen abUngeachtet der Proteste und eines Moratoriums der hessischen Landesregierung setzt der Rhön-Konzern seinen Stellenabbau an der Uniklinik Gießen-Marburg fort. Dies geht aus einer Mitteilung der Gewerkschaft Verdi und der Betriebsräte hervor. Demnach sank die Zahl der Vollzeitkräfte in den vergangenen zwölf Monaten um 220. Mit den Rhön-Managern einigte sich das Land auf ein „Stellenmoratorium“ für den Zeitraum vom 1. Januar 2013 bis einschließlich 31. Dezember 2014.

UKGM: Spies spricht von „Wortbruch“

UKGM: Spies spricht von „Wortbruch“Im Januar haben Landesregierung und Rhön-AG in einer gemeinsamen Absichtserklärung festgelegt, wie es am UKGM weitergehen soll. Umgesetzt ist vier Monate später davon nichts.

Neue Chance für Strahlenkanone

Neue Chance für StrahlenkanoneEine Zusammenarbeit mit der Uni Heidelberg soll jetzt die Anlage zur Strahlentherapie an der Uniklinik Gießen-Marburg zum Laufen bringen. Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann stellte eine Entscheidung bis Juli in Aussicht.

Monopoly-Spiele mit der Gesundheit der Bevölkerung

Monopoly-Spiele mit der Gesundheit der BevölkerungDie Gesundheitsreformen der vergangenen Jahre haben nicht in jedem Fall zu einer besseren Versorgung der Patienten beigetragen. (…) Patienten und Ärzte werden zu Teilen einer möglichst profitablen Wertschöpfungskette.

Die verlorene Kunst der Chirurgie

Die verlorene Kunst der Chirurgie – Kolumne von Dr. Bernd Hontschik Explodierende Gesundheitskosten? Keineswegs. Doch die Orientierung an Bilanzen führt zur Zerstörung einer menschlich orientierten Medizin durch ökonomische Habgier.

Umstrukturierung: UKGM-Betriebsrat leicht optimistisch

Umstrukturierung: UKGM-Betriebsrat leicht optimistischWenige Wochen nach der Vorstellung der Vereinbarung zwischen der Rhön-Klinikum AG und dem Land über die Zukunft des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM), wird hinter den Kulissen des drittgrößten deutschen Krankenhauses heftig an deren Umsetzung gewerkelt. Am 12. März will der Betriebsrat am Standort Gießen die Beschäftigten über den Stand informieren. 

Neue Konflikte um ehemalige Klinikums-Mitarbeiter

Neue Konflikte um ehemalige Klinikums-Mitarbeiter Mitarbeiter des Universitätsklinikums Gießen und Marburg, die ihr Rückkehrrecht in den Landesdienst wahrgenommen haben, müssen mit einer Stellenzuweisung in ganz Hessen und im äußersten Fall auch mit einer betriebsbedingten Kündigung rechnen. Trotz der Vereinbarung, die das Land, seine beiden Universitäten, der Rhön-Konzern und das Klinikum (UKGM) Ende Januar geschlossen haben. 

Profitgier im Gesundheitswesen.

Profitgier im Gesundheitswesen. Falsche Manager in den Kliniken Es war eine politische Entscheidung, dass Krankenhäuser wie Wurstfabriken von Managern geführt werden. Und ein großer Fehler. Immer häufiger bekommen Patienten Behandlungen empfohlen, die nicht ihnen, sondern den materiellen Interessen von Ärzten und von Kliniken dienen.

Hessen verzichtet auf Millionen

Hessen verzichtet auf Millionen Ministerpräsident Volker Bouffier einigt sich mit dem Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum im Streit um das privatisierte Universitätsklinikum Gießen-Marburg. Rhön muss keine fälligen Strafen zahlen. Und bekommt als Strukturausgleich und Förderung noch extra Geld dazu. Das Land Hessen hat in der Millionen-Auseinandersetzung mit dem Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum eingelenkt.

Uniklinikum soll auf neuer Grundlage arbeiten

30.01.13 Gießener Allgemeine Uniklinikum soll auf neuer Grundlage arbeiten Die Landesregierung und die Rhön-Klinikum AG haben eine weitreichende Vereinbarung zum Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) getroffen. Sie präzisiert die Rechte und Pflichten beider Seiten und regelt sie teilweise neu. So wird das UKGM künftig wieder Landesgeld für Investitionen erhalten – darauf hatte Rhön beim Kauf des Hauses vor sieben Jahren ausdrücklich verzichtet.

Rhön-Kliniken: Alles gut?

Rhön-Kliniken: Alles gut? Immer nur Ärger mit der Uniklinik in Mittelhessen – das belastete Schwarz-Gelb vor der Landtagswahl. Ein neuer Vertrag soll Geburtsfehler der Privatisierung korrigieren. 

Privatisierung ist durch

Privatisierung ist durch Das Land Hessen und die Rhön AG haben sich in der Frage der Standortsicherung des Universitätsklinikums Gießen-Marburg geeinigt. Die umstrittene Privatisierung ist durch. Der betreiber Rhön-Konzern erhält Aufschub bis Ende des Jahres, um die neuartige Partikeltherapie gegen Krebs zum Laufen zu bringen, muss wegen verzögerter Inbetriebnahme aber vier Millionen Euro Vertragsstrafe zahlen.

Rhön-Klinikum AG erhält Goldene Nase

24.01.13 Gießener Anzeiger Rhön-Klinikum AG erhält „Goldene Nase“ DGB und Aktionsbündnis verleihen wenig schmeichelhafte Auszeichnung – Gerhard Merz (SPD) in der Jury. Einreichungen für die Auszeichnung habe es verschiedene gegeben, darunter eine ganze Reihe von Leiharbeitsfirmen. Letztlich habe sich dann die Rhön-Klinikum AG ganz klar durchgesetzt und sei ein würdiger Gewinner der „Goldenen Nase“.

Letzte Runde im Streit um Krebstherapie

24.01.13 Frankfurter Rundschau Letzte Runde im Streit um Krebstherapie Der Streit um die Krebstherapie an der Uniklinik Gießen-Marburg soll bald ein Ende haben. Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) kündigt eine Entscheidung zur Inbetriebnahme des Partikelzentrums für die kommenden Tage an. 

Klinikums-Haupteingang: Treppe gesperrt

Klinikums-Haupteingang: Treppe gesperrt Gesperrt ist seit einigen Tagen die Treppe am Haupteingang des neuen Universitätsklinikums. Der Schnee wird nicht geräumt, Kette und Verbotsschild sollen verhindern, dass der Aufgang genutzt wird. Und das wird bis auf Weiteres so bleiben. Tatsächlich ist die Sperrung die Folge eines bis heute nicht behobenen Baufehlers. 

Funkstille bei Mediation zum Uniklinikum

17.01.13 Gießener Allgemeine Funkstille bei Mediation zum Uniklinikum Im März letzten Jahres hatte die Landesregierung zwei ehemalige Politiker als Mediatoren am Universitätsklinikum Gießen und Marburg eingesetzt. Seit dem Frühsommer hat man von dem Vorhaben so gut wie nichts mehr gehört.

Universitätsklinikum Giessen/Marburg: Abschreckendes Beispiel

Universitätsklinikum Giessen/Marburg: Abschreckendes Beispiel Die relevanten Institutionen der deutschen Hochschulmedizin haben ein für die Rhön-Klinikum AG verheerendes Urteil gefällt: Die Erfahrungen am Klinikum Gießen/Marburg hätten gezeigt, dass die von dem privaten Unternehmen geforderten Renditeerwartungen mit den Aufgabenfeldern eines Universitätsklinikums nicht in Einklang zu bringen seien. 

Wulff-Regierung verkaufte Kliniken unter Wert

10.01.13 Spiegel online Wulff-Regierung verkaufte Kliniken unter Wert Der Landesrechnungshof kritisiert Berichten zufolge die Regierung in Hannover: Sie habe psychiatrische Krankenhäuser 2007 „unter Wert“ verkauft. Durch die Privatisierung seien dem Land zudem noch Mehrkosten entstanden. Die Qualität der psychiatrischen Versorgung in den Krankenhäusern sei nur „unzureichend abgesichert“ worden.

Schwierige Rückkehr

09.01.13 Frankfurter Rundschau Schwierige Rückkehr 367 Beschäftigte der Uniklinik Gießen und Marburg wollen wieder in den Landesdienst zurückkehren. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts war von bundesweiter Bedeutung: Bei der Privatisierung Anfang 2006 hat Hessen Grundrechte der Arbeitnehmer verletzt, befand Karlsruhe vor zwei Jahren. Doch wer glaubte, dass die Landesregierung nach diesem groben Fehler die gesamte Belegschaft unbürokratisch zurückkehren ließ, der liegt falsch.