45000 Unterschriften gegen Stellenabbau, Verunsicherung der Patienten, Unzufriedenheit der Mitarbeiter, Millionendefizite und das Scheitern des Partikelzentrums – man könnte meinen, dass der Leuchtturm UKGM schwankt. Doch laut UKGM-Geschäftsführung geht die Erfolgsgeschichte weiter, denn die Rettung des UKGM hat einen Namen: Konsensmodell. Sie wissen nicht, was das ist? Dann sind Sie ebenso ratlos wie wir, der Betriebsrat und die Besucher des gesundheitspolitischen Gebetes am 22.10.12 in der Marburger Elisabethkirche. Hier sollten die Ergebnisse der „Studie“ der Unternehmensberatung McKinsey zur Lage des UKGM erläutert und diskutiert werden. Das Problem: Der McKinsey-Vertreter sagte sein Kommen kurzfristig ab und das Mitglied der UKGM Geschäftsführung Dr. Gunther Weiß äußerte sich nur unkonkret und phrasenhaft. Die Betriebsratsvorsitzende Bettina Böttcher brachte es auf den Punkt: Bisher wurden von der UKGM-Geschäftsführung weder konkrete Daten vorgelegt, noch wurde ausformuliert, was genau das Konsensmodell bringen soll.

Was bezweckt also die UKGM Geschäftsführung damit, wenn sie ein Modell zur Lösung empfiehlt, das es gar nicht gibt? Zum einen will die Rhön AG Subventionen vom Land, nachdem klar wurde, dass ein Uniklinikum nicht so viel Profit bringt, wie erhofft. Zum anderen will die Geschäftsführung suggerieren, sie werde an den besehenden Missständen etwas ändern, sie will vor allem positive Schlagzeilen. Das Konsensmodell ist der Versuch auf der Grundlage pseudo-wissenschaftlicher Empfehlungen das Managementversagen zu verschleiern und die Tatsache, dass ein Universitätsklinikum nicht profitorientiert betrieben werden kann. Konsensmodell à la Rhön heißt aber auch: Die anderen sollen es richten. Treffenderweise unterstrich Herr Dr. Weiß am letzten Montag die Verantwortung der Mitarbeiter, das Image des UKGM zu verbessern. Das haben die Beschäftigten wirklich nicht verdient – erst wird auf ihre Kosten Profit gemacht und jetzt sollen sie auch noch für die negativen Auswirkungen die Verantwortung übernehmen. Allerdings konnte man an den Reaktionen der Zuhörer in der Elisabethkirche deutlich sehen und hören: Mitarbeiter und informierte Bürger fallen darauf nicht herein.