Der hessische Leuchtturm - eine Chronologie des Scheiterns

Chronologie Uniklinikum Gießen und Marburg (UKGM)

Aktualisierte Chronologie des UKGM als PDF 

Lesen Sie die Entwicklungen vom 11.03.2014 bis zum 31.05.2016 in nachfolgender PDF-Datei

chronologie-rhoen-stand-31.05.2015-.pdf

11.03.2014 

Die Initiative „NotRuf113“ wird 5 Jahre alt

10.03.2014 

Nach einem Bericht der FR kann die evangelische Klinikseelsorge am UKGM den wachsenden Bedarf an Seelsorge nicht mehr decken. Diese fange oft auf, was das medizinische Personal nicht leisten kann, nachdem in den letzten Jahren der Bedarf sowohl bei Patienten und deren Angehörigen als auch beim Personal angestiegen sei. Ursache seien steigende Patientenzahlen, die Arbeitsverdichtung in den stationären Abläufen und die eklatanten Zunahme an Schwerkranken und Sterbefällen im Klinikum.

28.02.2014 

Die Frist für die Vorlage rechtsverbindlicher Unterlagen für die Inbetriebnahme des Partikeltherapiezentrums in Marburg (PTZ) endet ergebnislos. Das Land teilt mit, seine Rechtsansprüche nun juristisch mit einer Klage über 100 Mio. € geltend zu machen, sollte eine vertragliche Nachfrist von zwei Monaten bis zum 2. Mai 2014 verstreichen.

26.02.2014 

Nach einem Bericht der FR sind im Jahr 2013 am UKGM und 115 000 Überstunden allein in Marburg angefallen. Hinzu kommen weitere rund 12 000 Stunden bei den in der Klinik tätigen Angestellten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Außerdem werden Pläne bekannt, mit Zentrumsbildung (Zusammenlegung von Stationen) und „Streubelegungen“ Geld einzusparen. Streubelegung bedeutet, dass Patienten irgendwo in der Klinik untergebracht werden, wo gerade ein Bett frei ist.

20.02.2014 

Das Bundeskartellamt genehmigt die Übernahme des Großteils (40 von 53 Kliniken und 13 medizinische Versorgungszentren) der Rhön-Klinikum-Krankenhäuser durch Fresenius. 

10.02.2014 

Der SPIEGEL 7/2014 berichtet in seinem Beitrag „Krank hinein, krank heraus“ u.a. über Dokumente, die die vielfach erhobenen Klagen über Mängel in der Krankenversorgung am UKGM infolge Personalmangels bestätigen.

09.02.2014 

Die Gießener Allgemeine berichtet über den gemeinsamen Neujahrsempfang des Gießener Uniklinikums und des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig- Universität. Medizin-Dekan Prof. Trinad Chakraborty erinnerte daran, dass die zwischen Rhön-Klinikum AG und dem Land getroffenene Vereinbarung in weiten Teilen immer noch nicht umgesetzt, ja nicht einmal unterzeichnet sei.

31.01.2014 

Der Betriebsratsvorsitzende am UKGM, Klaus Hanschur, berichtet über unakzeptable Arbeitsbedingungen am UKGM. Seit September seien 90 Überlastungsanzeigen abgegeben worden, mit denen dem Arbeitgeber angezeigt wird, dass die Aufgaben nicht mehr ordnungsgemäß erfüllen werden können. Hinzu kämen zahlreiche telefonische Kontakte mit Beschäftigten aus allen Bereichen, die nicht in einer Überlastungsanzeige mündeten. Darüber hinaus seien seit Februar 2012 am Uniklinikum Gießen und Marburg 200 Stellen abgebaut worden, zwei Drittel davon in Gießen. Dem widerspricht die UKGM-Geschäftsführung. Laut Betriebsrat rechnet die Geschäftsleitung die zahlreichen Überstunden in »Stellen« um. 

14.01.2014 

UKGM-Chef Martin Menger gibt in seiner Neujahrsrede im Rahmen des Neujahrsempfanges, den das Marburger Uni-Klinikum mit dem Fachbereich Medizin veranstaltet, bekannt, dass die Rhön-Klinikum AG und die "HIT Betriebs GmbH" am Universitätsklinikum Heidelberg gemeinsam und in Kooperation mit dem UKGM das Partikeltherapiezentrum (PTZ) in Marburg betreiben wollen.

27.12.2013 

Das Wissenschaftsministerium in Wiesbaden teilt mit, dass das Land wegen der Nichtinbetriebnahme der Partikeltherapieanlage eine Klage gegen die Rhön Klinikum AG vorbereite. Dadurch wahre das Land seine Rechtsposition, sagte Ministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU). Angesichts der laufenden „konstruktiven Gespräche“ bleibe aber die begründete Hoffnung, dass die Anlage ohne Klage in Betrieb gehen werde.

23.12.2013 

Die OP berichtet, dass das Reinigungspersonal am UKGM (95-Prozent-Eigner: die Rhön-AG) unter massivem Druck stehe. Ärzte berichteten von einer Häufung von Krankheitsfällen unter dem Reinigungspersonal, die auf permanente Überlastung zurückzuführen seien.

20.12.2013 

Rhön AG meldet, dass mit den Anteilseignern Asklepios und B. Braun eine Einigung Über den Klinikverkauf an Fresenius erzielt wurde. Demzufolge verzichten Asklepios und B. Braun auf Maßnahmen gegen das Vorhaben. B. Braun wird den Verkauf der 43 Krankenhäuser und 15 medizinischen Versorgungszentren der Rhön Klinikum AG (Bad Neustadt) an Fresenius (Bad Homburg) nicht blockieren und zieht seine entsprechende Klage vor Gericht zurück. Dafür schließt die Fresenius- Krankenhaustochter Helios einen langfristigen Rahmenliefervertrag mit dem nordhessischen Konzern. Asklepios werde neben Fresenius und Rhön-Klinikum Gründungsmitglied und gleichberechtigter Partner eines geplanten Netzwerks Medizin. Fresenius wird diesen Eintritt in das Netzwerk mit einer einmaligen Zahlung von fünf Millionen Euro an Asklepios unterstützen. Der Abschluss der Netzwerkvereinbarung steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamts.

8.12.2013 

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet über Untersuchungen des Zoll, wonach der Rhön-Konzern Putzkräfte jahrelang mit System ausgebeutet haben soll. Demnach haben zahlreiche Beschäftigte dem Zoll berichtet, sie seien unter Druck gesetzt worden, regelmäßig länger zu arbeiten als vereinbart. Diese Überstunden seien nicht bezahlt worden. Rhön soll auf diese Weise den gesetzlichen Mindestlohn unterlaufen haben. Rhön weist die Vorwürfe zurück.

31.12.2013 

Die am 28. Januar 2013 (s.u.) vereinbarte Frist für die Inbetriebnahme der Partikeltherapieanlage endet ergebnislos.Rhön Klinikum AG hatte sich verpflichtet, bis spätestens 31. Dezember 2013 mit der ersten Patientenbehandlung zu beginnen, im Gegenzug hat das Land auf eine entsprechende Klage verzichtet.

21.11.2013 

Der Rhön-Aktionär B. Braun Melsungen erhebt Klage gegen den Verkauf von 43 Kliniken für knapp 3,1 Milliarden Euro an Fresenius. B. Braun will erreichen, dass das Helios-Geschäft für nichtig erklärt wird oder erst mit der Zustimmung von mehr als 90 Prozent der Rhön-Aktionäre vollzogen werden darf.

14.10.2013 

Die ARD bringt einen kritischen Beitrag („Profit statt Patientenwohl“) zur Krankenhausversorgung am UKGM – nachts um 0:20 Uhr und am folgenden Morgen um 7:00 Uhr.

11.10.2013 

Der Medizintechnikkonzern B.Braun kann seinen Anteil an der Rhön-Klinikum AG deutlich ausbauen. Das Bundeskartellamt gibt grünes Licht für eine Aufstockung auf 25 Prozent.

25.09.2013 

Das hessische Wissenschaftsministerium teilt mit, dass Siemens den Abbau der Partikeltherapie-Anlage gegen Krebs an der Uniklinik Marburg beantragt hat, dass aber nach wie vor konstruktive Gespräche geführt würden, dies abzuwenden.

13.09.2013 

Fresenius kauft für rund drei Milliarden Euro insgesamt 43 Kliniken und 15 medizinische Versorgungs-Zentren von Rhön. Hierdurch entsteht der größte private Klinikbetreiber Europas mit insgesamt 117 Kliniken und einem Umsatz von knapp 5,5 Milliarden €.

14.08.2013 

Nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung will Siemens die Partikeltherapienanlage in Marburg im Oktober abbauen.

29.07.2013 

Das Bundeskartellamt untersagt endgültig ASKLEPIOS die Aufstockung seines Aktienanteils an der Rhön Klinikum AG auf 10,1 %. Die Satzung von Rhön legt Sperrminorität von 10 % fest.

16.07.2013 

Gemeinsame Pressemitteilung Deutscher Hochschulverband u.a.: "[…]. Die Erfahrungen am Klinikum Gießen/Marburg haben gezeigt, dass die von dem privaten Unternehmen geforderten Renditeerwartungen mit den Aufgabenfeldern eines Universitätsklinikums nicht in Einklang zu bringen sind. Ein Universitätsklinikum besteht nicht nur aus der Behandlung schwersterkrankter Patienten, sondern hat dienende Aufgaben in Forschung und Lehre. Die Unterstützung der Medizinischen Fakultäten bei der Ausbildung von Studierenden ist ebenso Aufgabe der Universitätsklinika wie die maßgeblich an ihnen stattfindende Weiterbildung junger Ärztinnen und Ärzte. Diese Aufgaben stehen in einem natürlichen Spannungsverhältnis zur Erwirtschaftung einer möglichst hohen Rendite. Die Universitätsmedizin sollte daher nach Auffassung der Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin grundsätzlich als Teil der staatlichen Daseinsfürsorge öffentlich-rechtlich organisiert sein."

05.07.2013 

Rhön verlangt Geld vom Land für den Neubau der Psychiatrie in Gießen, nachdem das Regierungspräsidium wegen unhaltbarer baulicher Zustände (Schimmel, Feuchtigkeit, defekte Böden, undichte Dächer) mit Konsequenzen gedroht hat. 

30.06.2013 

Das Stadtparlament Marburg fordert parteiübergreifend die Inbetriebnahme des Partikeltherapiezentrums.

19.06.2013 

Nach einem Bericht der Oberhessischen Presse (OP) hat Siemens zum 30.09.2013 den Mietvertrag für das Partikeltherapiezentrum in Marburg gekündigt. Dann wären nicht nur keine Patienten und Mediziner dort mehr vorzufinden, sondern auch keine Physiker oder Ingenieure, die bislang an der Anlage geforscht haben.

13.06.2013 

Der Medizintechnik-Konzern und Rhön-Großaktionär B.Braun und weitere Aktionäre kündigen Anfechtungsklagen gegen die Beschlüsse der Hauptversammlung an.

12.06.2013 

Ungeachtet der Proteste und eines Moratoriums der hessischen Landesregierung setzt der Rhön-Konzern seinen Stellenabbau an der Uniklinik Gießen-Marburg fort. Dies geht aus einer Mitteilung der Gewerkschaft Verdi und der Betriebsräte hervor. Demnach sank die Zahl der Vollzeitkräfte in den vergangenen zwölf Monaten um 220. Mit den Rhön-Managern einigte sich das Land auf ein "Stellenmoratorium" für den Zeitraum vom 1. Januar 2013 bis einschließlich 31. Dezember 2014.

12.06.2013 

In der Hauptversammlung beschließen die Aktionäre eine Satzungsänderung, nach der die Übernahmehürde von 90 % abgeschafft wird. Erreicht wird dies durch den Ausschluss des Großaktionärs B. Braun von der Abstimmung aus formalen Gründen.

05.03.2013 

Nach einem Bericht der Gießener Allgemeine müssen Mitarbeiter des Universitätsklinikums Gießen und Marburg, die ihr Rückkehrrecht in den Landesdienst wahrgenommen haben, mit einer Stellenzuweisung in ganz Hessen und im äußersten Fall auch mit einer betriebsbedingten Kündigung rechnen.

29.01.2013 

Die Landesregierung und die Rhön-Klinikum AG treffen eine weitreichende "Vereinbarung" zum UKGM nach der das UKGM künftig wieder Landesgeld für Investitionen erhalten soll- darauf hatte Rhön beim Kauf des Hauses vor sieben Jahren ausdrücklich verzichtet; darüber hinaus wird die Absicht bekundet, die Partikeltherapieanlage spätestens zum 31.12.2013 in Betrieb zu nehmen, keine Stellen abzubauen und dem Land 2 (von 16) Aufsichtsratssitze zu gewähren.

31.12.2012 

Rhön AG nimmt die Partikeltherapieanlage, zu deren Inbetriebnahme sie sich bis zum 31.12.2012 vertraglich verpflichtet hatte, nicht in Betrieb und nimmt eine Vertragsstrafe von 107 Millionen Euro in Kauf.

31.12.2012 

Die Frist für die Geltendmachung des Rückkehrrechts läuft aus, 367 Mitarbeiter des UKGM wollen zurück in den Staatsdienst.

17.12.2012 

Der Fraktionschef der Hessen-CDU, Dr. Christean Wagner, fordert in einem Gastbeitrag in der OP, "das permanente Schlechtreden des UKGM" müsse ein Ende haben und verweist auf die "Erfolge der Privatisierung". 

13.12.2012 

Das Bundeskartellamt übersendet vorläufige rechtliche Bewertung, wonach dem Konkurrenten Asklepios wegen wettbewerblicher Bedenken untersagt werden soll, sich am Krankenhauskonzern mit mehr als 10 Prozent zu beteiligen und damit eine Sperrminorität zu erwerben.

11.12.2012 

Eine von den Direktoren der 80 Kliniken und der Geschäftsführung herausgegebene Erklärung ("Zukunftskonzept") über ein gemeinsames Vorgehen zur Stärkung und Sicherung des UKGM sorgt für Diskussionen; der Wachstumskurs soll mit dem "aktuellem, gemeinsam abgestimmten Stellenplan" beschritten werden. Der Betriebsrat war an den Verhandlungen nicht beteiligt und klagt, dass bereits jetzt die Zahl der Mitarbeiter zu gering sei; allein den Standort Marburg hätten 111 Kollegen verlassen, mindestens weitere 236 würden ihr Rückkehrrecht zum Land wahrnehmen.

03.12.2012 

Die Ratingagentur Moody's stuft die Bonität von Rhön-Klinikum AG wegen der anhaltenden Probleme mit dem UKGM nach unten. Die Probleme hatten Rhön im November zu einer abermaligen Senkung seiner Gewinnziele 2012 gezwungen war. Zudem war der operative Gewinn (Ebitda) im dritten Quartal im Vorjahresvergleich um 29,3 Prozent auf 70,1 Millionen Euro geschrumpft. 

26.11.2012 

400 Menschen nehmen am vorläufig letzten gesundheitspolitischen Gebet in der Elisabethkirche und einer Kerzendemo zum Marburger Marktplatz teil.

08.11.2012 

Der Betriebsrat des UKGM am Standort Gießen gibt bekannt, dass die Wäscherei im Januar 2013 geschlossen wird.

27.10.2012 

Aktionstag des Bündnisses "Gemeinsam für unser Klinikum" in Marburg gegen Stellenabbau am Uniklinikum mit zahlreichen info-Ständen.

24.10.2012 

Der Direktor des Marburger Instituts für Strahlenbiologie und molekulare Radioonkologie Jochen Dahm-Daphi gibt seine Professur auf. Dahm-Daphi kam vor 1 1/2 Jahren nach Marburg, um die Behandlung von Tumoren mit einer Inonenstrahl-Kanone zu erforschen. Die Stilllegung des Partikeltherapiezentrums durch die Rhön AG bezeichnet er in einem Interview mit der FR als "enorm frustrierend“. Man könnte in Marburg auf diesem Forschungsgebiet "Weltspitze" sein. Das Scheitern des Zentrums sei „ein Beispiel, wie etwas eklatant schieflaufen kann, wenn man auf Privatisierung setzt“.

20.10.2012 

Nach einem Bericht in der OP bleibt in der folgenden Woche das Ultraschallzentrum des UKGM am Standort Marburg "wegen eines akuten Personalengpasses im Bereich der Pflege" für den Normalbetrieb geschlossen. Nur Notfalluntersuchungen würden durchgeführt.

17.10.2012 

Dringend notwendige Investitionen von mehr als 150 Millionen Euro, die die Rhön Klinikum AG beim Kauf des UKGM für den Standort Gießen zugesichert habe, werden nach einem Bericht der Gießener Anzeigers wegen finanzieller Schwierigkeiten des UKGM auf unbestimmte Zeit verschoben. Betroffen ist die Hautklinik, in der es in der Vergangenheit wiederholt Probleme mit der Hygiene gegeben habe, sowie die Psychiatrie, in der nach den Worten des Klinikleiters, Prof. Bernd Gallhofer "unzumutbare Zustände" für Patienten und Mitarbeiter herrschten.

05.10.2012 

Die Unternehmensberatung McKinsey veröffentlicht einen Zwischenbericht, nach dem am UMGM ein "strukturelles Defizit" in Höhe von 20 Millionen Euro und ein weiterer Investitionsbedarf bis 2020 in Höhe von mehr als 200 Millionen Euro bestehe. Ein sog. "Konsensmodell", das auch das Land und vor allem die Mitarbeiter in die Pflicht nimmt, soll helfen. McKinsey schlägt konkret vor, die Produktivität des UKGM mit der aktuellen Personaldecke zu steigern ("Leistungssteigerung" allein in Gießen über 5 %). Außerdem solle das Land Hessen das privatisierte Klinikum mit Investitionen in Millionenhöhe stützen.

25.09.2012 

Das Aktionsbündnis »Gemeinsam für unser Klinikum« übergibt 43 000 Unterschriften gegen einen Stellenabbau am Universitätsklinikum Gießen und Marburg an die Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann.

14.09.2012 

Professor Jochen A. Werner, ärztlicher Direktor des Uniklinikums MR, nimmt in der Oberhessischen Presse zu den Plänen Stellung: "Das Land, der Betriebsrat und die Rhön-Klinikum AG haben sich auf ein Validierung des Konzeptes der Geschäftsführung am UKGM durch McKinsey verständigt. Dieses wird im Oktober vorgestellt werden. Bis dahin werden wir uns an keinen Spekulationen beteiligen. Wir halten es für unverantwortlich, dass Patienten, Mitarbeiter und die Region auf diese Weise verunsichert werden und werden bis zur Veröffentlichung im Oktober keine weiteren Stellungnahmen abgeben."

13.09.2012 

Nach einem Bericht in der Frankfurter Rundschau sollen nach Plänen der Klinikleitung 30 Arztstellen an beiden Standorten gestrichen werden, um die "Produktivität im ärztlichen Bereich" zu steigern. Nach Angaben des Betriebsrats hätten 113 Mitarbeiter den Konzern seit Jahresanfang verlassen, rund 200 weitere hätten sich bislang entschieden, ihr Recht auf Rückkehr in den Landesdienst wahrzunehmen. Das von der Klinikleitung offiziell ausgegebene Ziel, 236 Vollzeitkräfte abzubauen (s.u. 14.06.12), sei damit schon überschritten.

06.09.2012 

Der Vorsitzende der UKGM-Geschäftsführung Martin Menger spricht im Radiointerview bei hr-info von einem Überhangvon 400 - 500 Stellen, die Personalkosten von etwa 20 Millionen € entsprechen.

03.09.2012 

Fresenius gibt bekannt, dass vorerst kein weiteres Übernahmeangebot unterbreitet werden wird - Rhön Klinikum AG bleibt weiter Betreiber. Die Rhön-Aktien verlieren ca. 20% Wert

28.08.2012 

Das Bündnis "Gemeinsam für unser Klinikum" übergibt im Hessischen Landtag eine Petition mit 1.300 Unterschriften, die die Rücknahme des UKGM durch das Land fordert.

10.08.2012 

Nach einem Bericht der Gießener Allgemeinen plant die Klinikführung eine Änderung des "Rahmendienstplanes Pflege", die einen Wegfall von 5 % des Arbeitsvolumens zur Folge haben soll. Dies entspreche nach Abgaben des Betriebsrates bei 1200 Mitarbeitern auf 900 Vollzeitstellen einem Abbau von bis zu 50 Stellen in der Pflege. 

09.08.2012 

Rhön Klinikum AG veröffentlicht Halbjahresbericht, nach dem das UKGM rund 20 Mio. weniger erwirtschaftet hat, als erwartet. Grund dafür seien "Verzögerungen bei er Restrukturierung" des Universitätsklinikums.

08.08.2012 

Die Geschäftsführung des UKGM gibt bekannt, dass die Unternehmensberatung McKinsey & Company beauftragt wurde, Möglichkeiten zu prüfen, wie sich "die Wirtschaftlichkeit des UKGM verbessern" lässt.

07.08.2012 

Das Aktionsbündnis "Gemeinsam für unser Klinikum" beschließt eine Petition, mit der der Landtag zur Rücknahme des Klinikums aufgefordert wird.

17.07.2012 

Eine studentische Projektgruppe des Instituts für Politikwissenschaft an der Uni MR präsentiert das Ergebnis einer Studie, wonach die Arbeitsbelastung der Beschäftigten seit der Privatisierung infolge einer gestiegenen Zahl von Patienten massiv angestiegen sei. Der ärztliche Direktor, Prof. Werner erklärt im Rahmen einer Podiumsdiskussion, bei Einführung von Personalstandards "kann das Klinikum keinen Profit mehr abwerfen".

12.07.2012 

Das Wallstreetjournal titelt: "Rhön-Klinikum wird zum Spielball von Investoren", nachdem neben dem Konkurrenten Asklepios offenbar auch Sana und andere Investoren, u.a. Braun/Melsungen Aktienpakete erwerben.

04.07.2012 

MP Bouffier garantiert gegenüber den Klinikdirektoren und den beiden Unipräsidenten, dass im "patientennahen" Bereich keine Stellen gestrichen würden.

03.07.2012 

MP Bouffier hält in einer Pressekonferenz den Abbau von 236 Stellen für vertretbar.

29.06.2012 

Fresenius scheitert vorerst mit Übernahmeplan: Statt der angestrebten 90 % + 1 Aktie wurden nach Kauf von 5,01 % durch Asklepios, zum Stichtag lediglich 84,3 % der Aktien angedient.

28.06.2012 

Landtag verlängert die Erklärungsfrist für Mitarbeiter des UKGM, die zum Land zurück wollen, bis zum 31.12.2012.

27.06.2012 

Annahmefrist für Übernahme durch Fresenius endet

25.06.2012 

Beginn der wöchentlich stattfindenden gesundheitspolitischen Montagsgebete in der evangelischen Elisabethkirche mit über 500 Teilnehmern

Juni 2012 

Ca. 1000 Mitarbeiter der Uniklinik MR sprechen sich in Umfrage des Betriebsrates für einen Rückkauf durch das Land aus

Juni 2012 

400 Marburger Medizinstudenten fordern in einem offenen Brief den Rückkauf des UKGM durch das Land Hessen

14.06.2012 

Das Mitglied der Geschäftsleitung, Dr. Gunther Weiß, gibt bei einer Betriebsversammlung den Abbau von 236 Vollkräften bekannt

13.06.2012 

In einem gemeinsamen Brief an den Rhön-Vorstand bringen der evangelische und der katholische Dekan in Gießen ihre große Sorge um das Patientenwohl am UKGM zum Ausdruck

12.06.2012 

Ärzte und Wissenschaftler am Standort MR verfassen einen Hilferuf: Das Gros der vom Land bezahlten Personals für Forschung und Lehre werde regelwidrig für die Patientenversorgung eingesetzt; wissenschaftliches Arbeiten sei nur noch in der Freizeit möglich

08.06.2012 

Auf seiner Mitgliederversammlung in Göttingen empfiehlt der Medizinische Fakultätentag e.V. (MFT) dem Land in einer Resolution die Rücknahme des UKGM

11.05.2012 

Der Verband der Universitätsklinika Deutschlands e.V. (VUD) spricht in einer Presseerklärung von „dem ersten misslungenen Privatisierungsversuch zweier deutscher Universitätsklinika“ und fordert das Land auf, die Frage nach dem Rückkauf zu stellen, da ein bloßer Eigentümerwechsel keine Antwort auf die zutage getretenen Probleme sei

26.04.2012 

Der Gesundheitskonzern Fresenius gibt Pläne bekannt, die Rhön-Klinikum AG für über 3 Mrd. € übernehmen und mit der Fresenius-Tochter Helios zusammenführen zu wollen

17.04.2012 

 In der Augenklinik im Universitätsklinikum Marburg weist ein Hinweisblatt auf einen massiven Personalengpass (Fehlen von 1/3 der Ärzte) und damit verbundene Wartezeiten von bis zu 7 Stunden hin

11.04.2012 

Der Dekan des Fachbereichs Medizin an der Universität Marburg, Prof. Matthias Rothmund schreibt in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 11. April: „Das Großexperiment ‚Fusion und Privatisierung zweier Universitätsklinika‘ ist misslungen“.

10.04.2012 

Die Präsidentin der Marburger Universität, Frau Prof. Katharina Krause, fordert ein stärkeres Engagement des Landes bis hin zur Rückkehr zur Gemeinnützigkeit des Klinikums, da sich unter den aktuellen Rahmenbedingungen Schäden für Forschung und Lehre einstellen werden

07.04.2012 

Die Klinikdirektoren der Universitätsklinika Marburg und Gießen erklären in einem in 2. offenen Brief:
„ Das Privatisierungsmodell der Universitätsklinika Marburg und Gießen scheint uns endgültig gescheitert“

07.04.2012 

Der Marburger CDU-Vorsitzende Philipp Stompfe widerspricht in der OP der eigenen Landtagsfraktion und erklärt: „Die Privatisierung der Universitätskliniken Gießen und Marburg ist KEINE Erfolgsgeschichte“

03.04.2012 

Die Geschäftsführung des UKGM informiert in einem Mitarbeiterbrief über das Ausscheiden der bisherigen Vorsitzenden der Geschäftsführung, Frau Dr. Irmgard Stippler, sowie der kaufmännischen Geschäftsführerin am Standort MR, Frau Dr. Doris Benz. Es handelt sich um den 15. bzw. 16. Wechsel innerhalb der Geschäftsführung des UKGM innerhalb von 6 Jahren.

01.04.2012 

Überlastungsanzeige der Assistenzärzte Innere Medizin und Notfallaufnahme MR

29.03.2012 

Das Stadtparlament in Gießen verabschiedet einstimmig Resolution gegen einen möglichen Personalabbau am Klinikum

27.03.2012 

Der Magistrat Marburg fordert die Landesregierung auf, die Privatisierung rückgängig zu machen

22.03.2012 

Die Fachbereichsräte MR + GI sehen Wissenschaft und Krankenversorgung gefährdet und wenden sich in offenem Brief an die Rhön AG

19.03.2012 

Der Senat der Universität MR verfasst Resolution gegen Stellenabbau

17.03.2012 

Demonstration mit 2.500 Teilnehmern in Marburg gegen einen Stellenabbau am UKGM

14.03.2012 

Der Senat der Justus-Liebig –Universität Gießen warnt in einstimmigen Beschluss vor einer Personalkürzung und weist auf regelwidrigen Einsatz von Ärzten hin

12.03.2012 

Der ärztliche Geschäftsführer, Prof. Seeger, gibt im Rahmen einer Betriebsversammlung bekannt, dass die Beschäftigten allein 2012 40 Mio. € für Abschreibungen und Zinsen (Neubauten) erwirtschaften sollen. Gleichzeitig erklärt er für Personaleinsparungen "keinen Spielraum" zu sehen, was er auch der Konzernführung mitgeteilt habe.

März 2012 

Die Landesregierung setzt zwei „Mediatoren“, Friedrich Bohl und Wolfgang Gerhardt, ein, um im Streit über Stellenkürzungspläne zu vermitteln

März 2012 

Konferenz der Klinikdirektoren in Gießen und Marburg weist in einem Thesenpapier auf eine bedrohliche Entwicklung am UKGM hin und fordert, die Rückführung der Privatisierung zu prüfen.

Oktober 2011 

Die Oberhessische Presse berichtet von Engpässen in der Versorgung von Patienten mit neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen nach dem Einkauf von drei Kassensitzen durch das UKGM für das MVZ Neurologie; Fachärzte und Patienten beklagten monatelange Wartezeiten und sähen einen Engpass insbesondere in der ambulanten psychiatrischen Versorgung.

Juli 2011 

Die geplante Inbetriebnahme des 120 Millionen teuren Partikeltherapie-Zentrums scheitert aus wirtschaftlichen Gründen.

01.04.2011 

Brandbrief der Assistenzärzte des internistischen Bereiches der Notaufnahme MR warnt vor einer "Gefährdung der Patientensicherheit" infolge von personeller Unterbesetzung/ Arbeitsüberlastung.

Januar 2011 

Das Bundesverfassungsgericht stellt fest, dass die Überleitung der Arbeitsverhältnisse rechtswidrig war; den Beschäftigten muss ein Widerspruchsrecht eingeräumt werden, das die Rückkehr zum Land ermöglicht.

Dezember 2010 

Ärzte und Journalisten erhalten Klageandrohungen, weil sie sich kritisch zur Versorgungsqualität am UKGM geäußert haben. 

Mai 2010 

Der Wissenschaftsrat gibt Ergebnis seiner Untersuchung aus dem Vorjahr bekannt.

17.03.2010 

Ein Brandbrief von 8 Oberärzten an die Rhön-Geschäftsleitung kritisiert die völlig unzureichende Personalausstattung am Marburger Zentrum für Kinder - und Jugendmedizin als inakzeptabel: Arbeitsüberlastung, Zweckentfremdung von 4,6 Stellen aus Forschung und Lehre für die Krankenversorgung, extreme Fluktuation von Ärzten, die durch junge Assistenzärzte ohne Berufserfahrung ersetzt werden.

28.06.2009 

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Gehrke berichtet von 250.000 aufgehäuften Überstunden am UKGM.

11.03.2009 

Gründung der Bürger- und Ärzteinitiative NotRuf113 

September 2008 

Eine Marburger Allgemeinärztin beklagt öffentlich einen dramatischen Qualitätsverlust am privatisierten Uniklinikum

September 2008 

ver.di-jugend gründet den blog „Rhoenwatch“, der zahlreichen Mitarbeitern und Patienten die Möglichkeit eröffnet, anonym über Missstände am UKGM zu berichten. Nach wenigen Wochen wird „Rhoenwatch“ auf Druck der Rhön AG geschlossen.

30.01.2006 

Hessischer Landtag beschließt den Verkauf von 95 % der Geschäftsanteile an die Rhön Klinikum AG

27.01.2006 

Bundeskartellamt und Wissenschaftsrat stimmen dem Verkauf an Rhön zu.

01.07.2005 

Fusion der Uniklinika Gießen und Marburg zu Deutschlands drittgrößter Universitätsklinik